Aktuelles

Die Ausstellung zu unserem diesjährigen Dannerwettbewerb könnt ihr am 23.-24.01.2012 im Raum A.EG.10 in der Akademie der Bildenden Künste besuchen.

Danner Wettbewerb 2012

Danner Wettbewerb 2012


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DIPLOMANTEN DER KLASSE PRANGENBERG 2012

Oleg Kazakov

Hie Ju Kim

Sebastian Rauscher

Verena Zanner

Dauer:          Mittwoch, 1.2. bis Samstag, 4.2.2012

Öffnungszeit:   Mi - Sa 12 - 19 Uhr

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Wir fahren nach New York!:

Studienreise der Klasse Prangenberg vom 19.-28.10.2011

Unter “Einblicke” könnt ihr Bilder unserer Ausstellung in der Rutgers University in New Jersey sehen!

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Jahresausstellung 2011

IRGENDEINER WARTET IMMER

Ausstellung der Klasse Prangenberg in der Galerie der Künstler BBK

Maximilianstr. 42 in 80538 München

Austellung der Klasse Prangenberg in der Galerie der Künstler, 11.06.-08.07.2011

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Presseinformation

Irgendeiner wartet immer

Klasse Professor Prangenberg

Eröffnung: Freitag, 10. Juni 2011 18-21 Uhr

Ausstellungsdauer: 11. Juni bis 08. Juli 2011

Ausgehend von einem Besuch im Völkerkundemuseum beschäftigte sich die Klasse Prangenberg mit der Kultur der Indianer Nordamerikas,
den Gründungsmythen Amerikas und deren mediale Legendenbildung. „Irgendeiner wartet immer“, so der Titel der Ausstellung,
die die achtzehn StudentInnen der Münchner Akademie eigens für die Räume der Galerie der Künstler entwickelten. Filmkenner
und Westernfans werden das Zitat sofort erkennen, denn es ist einer der berühmten Dialoge aus Sergio Leones „Spiel mir das Lied vom Tod“ (1968).
Ein besonderer Fokus liegt auf den Motiven des Westerns – hat er doch amerikanische Identität weltweit geprägt und bebildert.
Dieses Genre wirft, trotz der oft scherenschnittartigen Anlage der Figuren und der wenig flexiblen Erzählung eine Vielzahl von existenziellen
Fragen auf, geht es doch immer um das gewaltsame Aufprallen konträrer Ideologien: Die alte Welt und der Fortschritt,
Natur und Zivilisation, Freiheit und Staat, Gut und Böse. Eingebettet in den Topos der Reise ist zudem die Konfrontation des eigenen
Ichs in der Fremde Leitmotiv. Im Frontier Land begegnet der Cowboy seinem Alter Ego, dem skrupellosen Schurken. Mit Sicherheit
sind diese Themen in besonderem Maß im Amerika des 19. Jahrhunderts und damit mit den fundamentalen Umbrüchen dieser Zeit
verankert. Dennoch, viele dieser Konflikte sind bis heute virulent, übersetzt man sie in gegenwärtige Kontexte. Für die StudentInnen
stellt sich damit die Frage nach einer relevanten künstlerischen Interpretation.
Neben Sergio Leones Westernklassiker war der Eindruck der Nord-Amerika Sammlung des Völkerkundemuseums (die sich im
gleichen Gebäude wie die Galerie der Künstler befindet) wichtiger Ausgangspunkt der künstlerischen Auseinandersetzung. Die
Sammlungsgeschichte der Nord-Amerika Abteilung des Völkerkundemuseums darf ebenfalls als Teil der Ereignisse im Nordamerika
des 19. Jahrhunderts gesehen werden, da die meisten Sammlungsgegenstände mit Reisenden des 19. Jahrhunderts in die Bestände
des Museums kamen – zeitgleich mit der amerikanischen Eroberung des „Wilden Westens“. Das Ende dieses Besiedelungsprozesses
war gleichzeitig auch der Beginn des Genres des Westerns, als einem massentauglichen Kulturprodukt, das den Gründungsmythos
der USA, als einen Prozess der Zivilisierung, der Nationenbildung darstellt. Die Musealisierung, d.h. das Sammeln und
Ausstellen indigener Kulturgüter, als einer Form von Demonstration von Fortschrittlichkeit und Weltoffenheit, ist daher nicht als isoliertes
Phänomen zu beurteilen, sondern als eine Folge technischer und politischer Entwicklungen der Zeit. Nicht zuletzt deutet die
Verfügbarkeit der Objekte als nunmehr museale Zeugnisse auf den Untergang der indigenen indianischen Kultur hin.
Mit diesen komplexen Verwebungen globaler Geschichte setzen sich einige Arbeiten der Ausstellung auseinander. Judith Hagens
hängende Skulptur „Ohne Titel“ (2011) geht vom Prinzip des Traumfängers aus. Anstatt der lieblichen Objekte, die inzwischen auch
in manch westlichem Schlafzimmer Alpträume bannen sollen, hängt eine, an einen Skalp erinnernde Form an einem Nylonfaden, an
der rundherum lange schwarze Haare angebracht sind. Auch Carmen Schaub orientiert sich mit ihrer Perlenstickerei zunächst an
der folkloristischen Ästhetik indianischer Stämme. In strenger Systematik fädelte sie Reihe für Reihe unzählige Glasperlen auf, die
sich als etwa sieben Meter langes Band horizontal durch den Raum ziehen. Jegliche Gefälligkeit hat sich nunmehr verflüchtigt,
vielmehr wird die Arbeit „dreihundertneunzehntausendvierhundertdreiundachzig“ (2011) zu einem Denkmal für den Untergang indigener
Kulturen. Mit den Formen und ihren Bedeutungsebenen setzen sich auch Tereza Hrabek, die eine leuchtende Irokesen Glasskulptur
entwickelte, und Hsiao-Shu Chen, die sich mit der Abstraktion der Zeichensymbole auf dem Totempfahl beschäftigte,
einem Objekt, das für Identität und Gruppenzugehörigkeit steht, auseinander. Matthias Hirtreiter und Leonid Hrytsak beschäftigen
sich mit Tierdarstellungen, die Assoziationen von der Trophäe bis hin zum psychologisch-animistischen Gesellschaftsbild zulassen.
Das Pferd steht im Mittelpunkt der skulpturalen Arbeiten von Thomas Breitenfeld und Max Zuzak.
Das Lebensgefühl, das mit dem Mythos Amerika verbunden wird, vermittelt sich im Western über eindrückliche Landschaftsaufnahmen.
Gewaltige Totalen kontrastieren in Sergio Leones „Spiel mir das Lied vom Tod“ mit extremen Close-Ups von Gesichtern. Das
Filmformat betont zudem die Horizontale, die Weite des Landes, in der sich die Sehnsucht nach Freiheit artikuliert. Sonja Allgaiers
fotografische Arbeit nähert sich auf konzeptuell anspruchsvolle Weise dem Bild- und Informationsmaterial zum Thema Cowboys und
Indianer. Immer wieder fotografierte sie ihre im Arbeitsprozess entstandene Sammlung von Filmmaterial, Texten, Fotografien, Skizzen,
belichtete jedoch immer das gleiche Negativ. Durch die analoge Mehrfach- und Überbelichtung, sowie den Eingriff in den
Transport des Films, unternahm sie eine Art Auslöschung – die der eigenen Sammlung und die der durch Informationsmaterial
existierende Imagination von Geschichte – gleichzeitig entsteht aber auch eine Neueinschreibung der Geschichte in Landschaft.
Auch in den Keramik-Arbeiten von Verena Zanner und Julia Klemm spielt Landschaft als Indikator für Veränderung, bzw. Identitätsverlust
eine zentrale Rolle.
Die Stille, die flimmernde Hitze und das gleißende Licht bauen sich zu nervenzerreißender Spannung im Western auf. Bis zu dem
Moment in dem es um den entscheidenden Vorteil eines Bruchteils einer Sekunde geht, der über Leben und Tod entscheidet. Pio
Ziltz bearbeitet in seiner Installation die Dramaturgie des Showdowns. Luisa Koch kommentiert mit ihrer Arbeit „Fuck You“ (2011)
eben jenen Moment männlichen Machtgebärdens. Mit Hilfe pneumatischer Technik schießen anstatt der den Colt haltenden Hand
fünf schwarze Hände hervor, die den Mittelfinger zeigen, zu verstehen als Kommentar auf weiße, ausbeuterische, kolonialistische,
männliche Dominanz. Sehr viel leiser, ebenso aber das Moment der Gegenüberstellung analysierend, ist die Arbeit von Fumie
Ogura. Mit found footage arbeiten sowohl Nico Kiese in einer Installation, die das Motiv der galoppierenden Pferde aufgreift, als
auch Kristina Buckley, die ein entlarvendes youtube-Video zeigt, in dem sich deutsche Soldaten in Afghanistan zum Schlager
„Cowboy und Indianer“ von Olaf Henning inszenieren. Frank Balve entwirft mit Hilfe klassischer Versatzstücke des Western - zwei
lebensgroßen Galgen und einem Holzrad, in dessen Schaufeln Fernseher montiert sind, die den Kreislauf eines einarmigen Banditen
simulieren - eine scharfe Kritik auf heutige US-amerikanische Politik im Umgang mit ihrer indigenen Bevölkerung: Per Gesetz
haben Bürger indianischer Abstammung das Vorrecht Casinos in den USA zu betreiben. Das schmerzliche Bewusstsein über den
tragischen Ausgang der Begegnung zweier Welten zeigt die filigrane Skulptur von Yurika Tahara. Wie im Western sehen wir Bilder
der Sehnsucht und eines verlorenen Traums. Wie im Western: Irgendeiner wartet immer.
Sonja Allgaier, geboren 1978 in Eberhardzell. Seit 2008 Studium an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof.
Norbert Prangenberg und Prof. Dieter Rehm mit einem Schwerpunkt auf Fotografie.
Frank Balve, geboren 1986 in Merzig. Ab 2006 Studium im Bereich Musik und Ton. Seit 2009 Studium an der AdBK in München bei
Prof. Prangenberg.
Kristina Buckley, geboren 1985 in New Orleans. Seit 2006 in der Klasse Prangenberg der AdBK München.
Thomas Breitenfeld, geboren 1983 in München. 2001-2004 Ausbildung zum Bronzegießer in der Kunstgiesserei Marc-Andreas
Hofmeister.2006-2009 Ausbildung zum Holzbildhauer in der Städtischen Berufsfachschule für das Holzbildhauerhandwerk München.
Seit 2010 Studium an der AdBK München.
Hsiao-Shu Chen, geboren 1986 in Taoyuan, Taiwan. Seit 2009 Studium bei bei Prof. Prangenberg an der AdBK München.
Judith Hagen, geboren 1982 studiert seit 2007 in der Klasse Prangenberg an der AdBK München.
Matthias Hirtreiter, geboren 1979 in Deggendorf. Ausbildung zum Glasbildner an der Glasfachschule in Zwiesel. Seit 2008 Studium
in der Klasse Prangenberg an der AdBK München.
Tereza Hrabec, geboren 1985 in Kempten. Ausbildung zur Glasveredlerin in der Staatlichen Berufsfachschule für Glas und
Schmuck, Neugablonz. Seit 2007 Studium an der AdBK in München bei Prof. Prangenberg.
Leonid Hrytsak, geboren 1986 in Dubno, Ukraine. Seit 2006 Studium in der Klasse Prof. Prangenberg an der AdBK in München.
Julia Klemm, geboren 1983 in Backnang. 2009 machte sie ihren Abschluss an der Holzbildhauerschule München. Danach kleinere
Ausstellungen u.a. in Rom und Madrid. Seit 2010 Studium an der AdBK in München bei Prof. Prangenberg.
Nico Kiese, geboren 1983 geboren in Dachau. Seit 2005 Studium an der AdBK in München bei Prof. Prangenberg.
Luisa Koch geboren 1985 in München. Nach einer Ausbildung zur Holzbildhauerin begann sie 2007 ein Studium an der AdBK in
München bei Prof. Prangenberg.
Fumie Ogura, geboren 1986 in Kobe, Japan. Studium am Hatsuta Art Institut, Kobe, Japan (2001); an der Gakuin Oberschule,
Hyogo, Japan Im Fachbereich Art and Design (2002); am Shukugawa Gakuin College, Hyogo Japan im Fachbereich Art and Design,
Interior Design (2005); und am Shukugawa Gakuin College, Hyogo Japan im Post-Graduate Course, Fine Art Major, Degree of
Bachelor of Art (2007). Seit 2009 Studium an der AdBK München bei Prof. Prangenberg.
Carmen Schaub, geboren 1981 in Gengenbach. Zunächst Lehre als Steinmetz und Bildhauerin. Seit 2008 in der Klasse von Prof.
Prangenberg an der AdBK München.
Yurika Tahara, geboren 1979 in Niigata, Japan. Nach einer technischen Ausbildung war sie als Bauleiterin tätig. Später Staatsexsamen
als Bauingenieurin. Seit 2005 Studium bei Prof. Prangenberg an der AdBK in München. Derzeit zudem als Werkstudentin
in der Porzellan Manufaktur Nymphenburg tätig.
Verena Zanner, geboren 1985. Seit 2007 Studium bei Prof. Prangenberg an der AdBK in München.
Pio Ziltz, geboren 1988 in Landshut. Seit 2009 an der AdBK in München bei Prof. Prangenberg.
Maximilian Zuzak, geboren 1985 in Saint Céré, Frankreich. Seit 2005 Praktika beim Medienfestival Transmediale und beim Steinbildhauer
Ugur Özbay. Seit 2007 Studium an der AdBK in München bei Prof. Norbert Prangenberg.

Text: Anna Schneider